Einen Ausflug in die Hauptstadt Berlin unternahmen jetzt 25 Bürgerinnen und Bürger aus dem Kreis Borken. Organisiert wurde diese Fahrt von der Kontaktbörse für Ehrenamtliche im Kreis Borken zusammen mit einem Reisebusunternehmen. Schwerpunktmäßig war diese Reise für Mitglieder des Clu bs Behinderter und ihrer Freunde im Kreis Borken (C BF Kreisverband Borken) vorgesehen, die zum Teil auf Betreuung angewiesen waren. Sie kamen aus vielen Orten des Kreisgebietes - Isselburg, Gronau, Heiden, Raesfeld, Vreden, Stadtlohn Ramsdorf und Gescher. Berno Kemper und Jürgen Garming, zwei dreißigjährige Mitglieder der Kontaktbörse, hatten sich bereit erklärt, die ehrenamtliche Reiseleitung zu übernehmen.
![]() Bild zur Vergrößerung anklicken |
Berno Kempen (links) und Jürgen Garming, die beiden ehrenamtlichen Reiseleiter. |
„Da wir frühzeitig in Berlin ankamen, konnten wir bereits vor dem Einchecken im Hotel, das sich in der Nähe der Gedächnis Kirche befand, auf eigene Faust das Nikolaiviertel ansehen“, berichteten die beiden. Bei einer fast vierstündigen Stadtrundfahrt zu den wichtigsten Sehenswürdigkeiten erhielten die Teilnehmer dann einen umfassenden Eindruck von der Bundeshauptstadt. Selbstverständlich stand auch die Besichtigung des Reichstags mit seiner imposanten Kuppel auf dem Programm. Eine Spree-Rundfahrt und ein Besuch des Regierungsviertel durften ebenfalls nicht fehlen.
Sehr betroffen zeigten sich alle von der Gedenkstätte „Hohenschönhausen“. Der Zeitzeuge und ehemalige Häftling dieses Stasigefängnisses, Harry Costa, informierte über die menschenverachtenden Bedingungen, die dort während der DDR-Zeit herrschten. In dem Gefängnis saß übrigens nach der Wende auch der ehemalige Stasi-Chef Erich Mielke ein, der dann aber wegen „unmenschlicher Zustände dort“ in eine andere Haftanstalt verlegt wurde. „Ich habe die Führung bereits zweimal mitgemacht“, so Berno Kemper, „aber ich bekomme jedes Mal wieder eine Gänsehaut, so schlimm ist das!“ Jürgen Garming ergänzte: „Bei jedem Schulausflug nach Berlin müsste der Besuch von Hohenschönhausen wie Plötzensee Plichtprogrammpunkt werden, um zu zeigen, was extreme politische Mächte anrichten.“
Nach der Rückkehr, die auch noch einen Abstecher in das „ Holländerviertel“ in Potsdam zuließ, waren sich Berno Kemper und Jürgen Garming einig: „Die Tour nach Berlin bietet eine neue Möglichkeit, sich ehrenamtlich zu engagieren. Es hat uns sehr viel Spaß gemacht und wir würden auch bei anderen Zielen sofort wieder dabei sein!“ Beide ermunterten ausdrücklich auch andere, sich ähnlich zu engagieren. Für Hans Thesing vom Leitungsteam der Kontaktbörse zeigt sich: „Dies ist ein neues ehrenamtliches Aufgabenfeld insbesondere für junge, motivierte Leute. So manch ein Älterer würde gerne an solchen Besichtigungsfahren teilnehmen, allerdings fehlt ihm fehlt die notwendige Hilfestellung.“ Und genau diese Hilfestellung habe man bei der Tour der Kontaktbörse erhalten, freute sich Hedwig Ostendorf, die Kreisvorsitzende des CBF.