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Informationsfahrt von Angehörigen der "Kontaktbörse für Ehrenamtliche im Kreis Borken" nach Berlin


September 2004

Dankeschön-Fahrt wurde durch Bundestagsabgeordnete Elke Wülfing aus Borken ermöglicht

Kreis Borken. Über 1.000 Bürgerinnen und Bürger wirken inzwischen in der "Kontaktbörse für Ehrenamtliche im Kreis Borken" mit. 50 besonders Aktive erhielten jetzt auf Einladung des Bundespresseamtes als Dankeschön für ihr gesellschaftliches Engagement die Gelegenheit zu einer Informationsfahrt in die Bundeshauptstadt Berlin. Vermittelt hatte diese Tour für die Gäste aus dem Westmünsterland die heimische Bundestagsabgeordnete Elke Wülfing.

Vor dem Reichstagsgebäude stellte sich die Reisegruppe aus dem Kreis Borken zum Foto.
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Am Anreisetag begann das Programm mit einem Informationsgespräch im Presse- und Informationsamt der Bundesregierung. Ein hochrangiger Mitarbeiter von Regierungssprecher Bela Anda stellte die Arbeit seines Hauses vor. Ein Termin im Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend schloss sich an. Dabei ging es um bürgerschaftliches Engagement in der Gesellschaft, um die Frage der Gleichstellung von Frau und Mann sowie vor allem auch um die Bevölkerungsentwicklung in Deutschland: Immer mehr Menschen werden erfreulicher-weise immer älter. Das hat allerdings auch zur Folge, dass die Aufwendungen für Pflege, Altenheime usw. immer weiter steigen bei gleichzeitiger Abnahme der Zahl der nachwachsenden Einzahler in die Sozialsysteme. Hier gelte es, neue Lösungen zu finden, betonte die Ministeriumssprecherin. Vorgestellt wurde daher von einem Teilnehmer der aktuelle Wettbewerb des Kreises Borken, bei dem alle heimischen Akteure in der Seniorenarbeit aufgerufen sind, innovative, beispielgebende Projekte zu entwickeln. Diese sollen dann mit finanzieller Unterstützung des Kreises realisiert werden.

Sichtlich beeindruckt zeigten sich die Fahrtteilnehmer beim Besuch des "Dokumentationszentrums Berliner Mauer" in der Bernauer Straße vom Ausmaß der bis 1989 hier bestehenden Absperranlagen: Selbst vor dem Abriss der dort stehenden Versöhnungskirche und der Einebnung eines Friedhofes schreckte das DDR-Regime nicht zurück, um den Todesstreifen an der Grenze unüberwindbar zu machen.

Einer Stadtrundfahrt schloss sich die Besichtigung des Reichstagsgebäudes an. Ein Teil der Gruppe hatte abends Gelegenheit, die ZDF-Talkshow "Berlin-Mitte" als Gäste mitzuverfolgen. Am nächsten Morgen stand dann für alle Teilnehmer ein Besuch des ZDF-Hauptstadtstudios "Unter den Linden" auf dem Programm, anschließend ein Informationsgespräch in der Konrad-Adenauer-Stiftung sowie ein Gang durch die Ausstellung über die deutsche Parlamentsgeschichte im "Deutschen Dom" am Gendarmenmarkt. Eine abendliche Schifffahrt auf der Spree vom Märkischen Ufer bis zum Bundeskanzleramt rundete das Programm dieses Tages ab.

Am letzten Tag standen die Angehörigen der Kontaktbörse ganz im Bann der Ausführungen früherer Insassen des Stasi-Untersuchungsgefängnisses in Berlin-Hohenschönhausen. Der zu einer Gedenkstätte umgewandelte große Gebäudekomplex besteht insbesondere aus vielen hundert Einzelzellen und Vernehmungsräumen. Aus eigenem Erleben und Erleiden schilderten sie die unmenschlichen Haftbedingungen, zu denen auch physische und psychische Folter gehörten. "Ich bin schon oft in Berlin gewesen, habe aber noch nie so hautnah die deutsche Geschichte erlebt wie hier in Hohenschönhausen", so ein 27-jähriger Ehrenamtler. "Die Führung durch die Zeitzeugen hat bei mir eine Gänsehaut hervorgerufen. Ich kann nur empfehlend auf einen Besuch des Gefängnisses hinweisen", so der junge Mann.