September 2004
Dankeschön-Fahrt wurde durch Bundestagsabgeordnete Elke Wülfing aus Borken ermöglicht
Kreis Borken. Über 1.000 Bürgerinnen und Bürger wirken inzwischen
in der "Kontaktbörse für Ehrenamtliche im Kreis Borken"
mit. 50 besonders Aktive erhielten jetzt auf Einladung des Bundespresseamtes
als Dankeschön für ihr gesellschaftliches Engagement die Gelegenheit
zu einer Informationsfahrt in die Bundeshauptstadt Berlin. Vermittelt hatte
diese Tour für die Gäste aus dem Westmünsterland die heimische
Bundestagsabgeordnete Elke Wülfing.
Sichtlich beeindruckt zeigten sich die Fahrtteilnehmer beim Besuch des "Dokumentationszentrums Berliner Mauer" in der Bernauer Straße vom Ausmaß der bis 1989 hier bestehenden Absperranlagen: Selbst vor dem Abriss der dort stehenden Versöhnungskirche und der Einebnung eines Friedhofes schreckte das DDR-Regime nicht zurück, um den Todesstreifen an der Grenze unüberwindbar zu machen.
Einer Stadtrundfahrt schloss sich die Besichtigung des Reichstagsgebäudes an. Ein Teil der Gruppe hatte abends Gelegenheit, die ZDF-Talkshow "Berlin-Mitte" als Gäste mitzuverfolgen. Am nächsten Morgen stand dann für alle Teilnehmer ein Besuch des ZDF-Hauptstadtstudios "Unter den Linden" auf dem Programm, anschließend ein Informationsgespräch in der Konrad-Adenauer-Stiftung sowie ein Gang durch die Ausstellung über die deutsche Parlamentsgeschichte im "Deutschen Dom" am Gendarmenmarkt. Eine abendliche Schifffahrt auf der Spree vom Märkischen Ufer bis zum Bundeskanzleramt rundete das Programm dieses Tages ab.
Am letzten Tag standen die Angehörigen der Kontaktbörse ganz im
Bann der Ausführungen früherer Insassen des Stasi-Untersuchungsgefängnisses
in Berlin-Hohenschönhausen. Der zu einer Gedenkstätte umgewandelte
große Gebäudekomplex besteht insbesondere aus vielen hundert Einzelzellen
und Vernehmungsräumen. Aus eigenem Erleben und Erleiden schilderten sie
die unmenschlichen Haftbedingungen, zu denen auch physische und psychische
Folter gehörten. "Ich bin schon oft in Berlin gewesen, habe aber
noch nie so hautnah die deutsche Geschichte erlebt wie hier in Hohenschönhausen",
so ein 27-jähriger Ehrenamtler. "Die Führung durch die Zeitzeugen
hat bei mir eine Gänsehaut hervorgerufen. Ich kann nur empfehlend auf
einen Besuch des Gefängnisses hinweisen", so der junge Mann.